YAM Star-Archiv vom 30. Juli 2003

Am Anfang ihrer Karriere fiel Reese Witherspoon vor allem durch ihren komischen Namen auf.

Doch der ist kein Fake! Reese ist der Mädchenname ihrer Mum und als dritter Vorname in der Geburtsurkunde des Südstaatengirls vermerkt. Und die Witherspoons sind eine traditionsreiche amerikanische Familie (siehe "Facts").
Reese wuchs mit ihrem älteren Bruder John und den Eltern fernab von Hollywood auf.

Für kurze Zeit lebte die Family sogar in Germany, in der Nähe von Wiesbaden, wo ihr Dad einen Job hatte.
Obwohl die Eltern gut verdienten und Reese ihr Taschengeld mit kleinen Nebenjobs aufbesserte, war ihr als Kind Luxus fremd.

"Ich bin in Tennessee aufgewachsen und wusste nicht, was Louis Vuitton ist. Meine Partykleider bestellte ich aus dem Versandkatalog."
Schon in der Schule beschloss Reese, die Cheerleader war, Schauspielerin zu werden. Ihre Mum war davon gar nicht begeistert.
Doch schon bald durfte die Blondine ihrer Mutter und dem Rest der Welt beweisen, dass ihr Berufswunsch der Richtige war.
In der romantischen Lovestory "Der Mann im Mond" spielt sie eine 14-jährige Teenagerin in den 50er-Jahren, die sich in einen 17-jährigen verliebt.
Auch viele Hollywood-Produzenten verliebten sich - in die süße Reese, ihren frechen Mund und die großen blauen Kulleraugen.
Nach ein paar TV-Auftritten spielte die 15-jährige ihre erste Hauptrolle in "Die Spur des Windes" (1992). Reese muss darin quer durch die afrikanische Wüste fliehen, um einer Mörderbande zu entkommen.

Noch härter wurde es ein Jahr später in der Mediensatire "S.F.W. - So Fucking What?". Reese wird darin 36 Tage als Geisel in einem Kaufhaus festgehalten.

Schwer hatte es Reese nicht nur in ihren Rollen. In der Realität verpasste sie einige Top-Karrierechancen!

Sie erklärt das so: "Ich nehme Rollen nur an, wenn ich beim Lesen des Scripts eine Stimme in meinem Kopf höre."
Diese Stimme war aber nicht schuld daran, dass sie in Martin Scorseses Thriller "Kap der Angst" (1991) an der Seite von Robert De Niro nicht mitspielte.
Auf dem Flug nach L.A. erzählte sie ihrem Sitznachbarn von dem Vorsprechtermin und fügte hinzu, dass sie diesem De Niro gar nicht kenne. Erstaunt klärte der Mitreisende den naiven Jungstar darüber auf, dass sie von einem der größten Schauspieler der Welt sprechen würden.

Eingeschüchtert versagte Reese beim Castingtermin.
Die Rolle ging an Juliette Lewis, die dafür eine Oscar-Nominierung erhielt.

Dann sollte Reese an Stelle von Neve Campbell die Hauptrolle in "Scream" (1996) übernehmen, sie sträubte sich aber gegen das brutale Drehbuch.

Den Part der Julia in "Romeo + Julia" (1996) verlor sie an Claire Danes. Trotz weiterer Rollenangebote wollte es mit dem großen Durchbruch einfach nicht klappen.

Reese nutzte die Zeit für das Studium englischer Literatur an der Stanford University, das sie 1998 abschloss.
Auch mit der Schauspielerei ging es ab da steil bergauf.

"Pleasantville" ist eine superlustige Comedy, in der Reese die ältere Schwester von Tobey Maguire ("Spider-Man") spielt. Beide werden durch eine magische Fernbedienung in eine Schwarzweiß-Seifenoper der spießigen 50er-Jahre gebeamt.
Reese bringt buchstäblich Farbe in das beschauliche Leben dieser Kleinstadt, indem sie einen Collegeboy nach dem anderen entjungfert.
Für viele Kritiker ist "Pleasantville" ihr bester Film. Doch für sie privat sollte ihr nächstes Movie viel wichtiger sein.
Denn in "Eiskalte Engel" spielte sie erstmals mit Ryan Phillippe.

Die zwei lernten sich an ihrem 21. Geburtstag auf einer Party kennen.
Im Film nutzt Ryan Reese anfangs nur aus. Er wettet mit seiner intriganten Stiefschwester (gespielt von Sarah Michelle Gellar), dass er Jungfrau Reese ins Bett kriegt. Dummerweise verliebt sich der Casanova in den blonden Unschuldsengel. Im wirklichen Leben ging es Ryan nicht anders.

Am 5.6.1999 heiratete er Reese - da war sie bereits schwanger.
Am 9.9.1999 wurde Töchterchen Ava (benannt nach Ryans Großmutter) geboren. Der Zeitpunkt für ein Baby war ungünstig, denn die Karriere von Reese kam gerade in Schwung.

Trotzdem sah sie's positiv: "Ich denke, dass uns das Leben nicht grundlos vor Herausvorderungen stellt. Ich bin glücklich darüber, dass es so ist, wie es ist."

Ihre kleine Familie gab Reese so viel Power, dass sie es im folgenden Jahr allen zeigte und als Schauspielerin durchstartete.
Ihr komödiantisches Talent bewies sie neben Adam Sandler in "Little Nicky" und in "Natürlich blond!" (Teil 2 des Kinohits lief am 24. Juli bei uns an).

Mit "Sweet Home Alabama" landete sie einen weiteren Romantic-Comedy-Hit.

Doch die viele Arbeit belastete ihre Ehe.
Auf dem Höhepunkt der Krise plauderte der beruflich weit weniger erfolgreiche Ryan im US-TV öffentlich über ihre Beziehungsprobleme. Das verletzte Reese sehr, doch sie beschloss, ihrer Liebe eine Chance zu geben. Offenbar mit Erfolg:

Reese und Ryan erwarten ihr zweites Kind! Es soll Ende 2003 auf die Welt kommen.